Warum Frettchen oft abgegeben werden – 10 häufige Gründe aus der Frettchen Haltung

So traurig es ist: In Deutschland gibt es inzwischen einige Frettchen Hilfen – und sie sind leider auch bitter nötig. Gleichzeitig tummeln sich auch auf Kleinanzeigen immer mehr Frettchen, die zur Abgabe stehen. In diesem Beitrag zeige ich dir die 10 häufigsten Gründe, warum Frettchen oft schon nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden. Ich hoffe, dass dieser Artikel Anfängern und Interessenten hilft, die Frettchen Haltung besser einzuschätzen und sich ein realistisches Bild zu machen.

Warum Frettchen oft abgegeben werden – 10 häufige Gründe aus der Frettchen Haltung

Wenn du gerade überlegst, dir Frettchen anzuschaffen oder dich generell mit der Frettchen Haltung beschäftigst:
Ich habe einen ausführlichen Anfänger Guide erstellt, in dem ich dir alles Wichtige Schritt für Schritt erkläre – ehrlich und aus der Praxis.

Hier geht’s zum Frettchen Anfänger Guide 

1. Unterschätzter Haltungs- und Pflegeaufwand bei Frettchen

Ja, es klingt wie eine typische Aussage: Tiere machen Arbeit und brauchen Platz.
Aber gerade bei der Frettchen Haltung wird das extrem oft falsch eingeschätzt.

Viele vergleichen Frettchen mit Meerschweinchen oder anderen Kleintieren. Also ein großes Gehege und fertig. Oder sie denken, man kann Frettchen einfach in einen Käfig setzen und sie dann gelegentlich rauslassen.

Genau das funktioniert aber nicht.

Frettchen haben einen sehr hohen Bewegungsdrang und brauchen im Alltag deutlich mehr Raum, Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Vom Verhalten her orientieren sie sich eher an Katzen – teilweise sogar mit noch mehr Aufwand im Alltag, weil man viele Dinge nicht einfach „antrainieren“ kann.

Viele Halter lösen das, indem sie ein eigenes Zimmer für ihre Tiere haben oder täglich Freilauf unter Aufsicht ermöglichen. Eine komplette Wohnunghaltung ist möglich, aber deutlich aufwendiger als viele denken.  

Mein BLOG zum Thema "Frettchen sichere Wohnung Tipps" 

Und genau hier entsteht oft das Problem:
Wenn die Frettchen Haltung im Alltag nicht umsetzbar ist, entscheiden sich viele früher oder später dafür, ihre Frettchen wieder abzugeben.

2. Frettchen Ernährung wird unterschätzt

Ein sehr häufiger Grund, warum Frettchen abgegeben werden, ist die falsche Vorstellung von der Frettchen Ernährung.

Viele denken, etwas Trockenfutter und Nassfutter reichen aus. Diese Form der Fütterung ist aber veraltet und entspricht nicht den Bedürfnissen von Frettchen.

Frettchen sind reine Fleischfresser (Carnivoren). 

Das bedeutet:

  • sie brauchen eine passende, fleischbasierte Ernährung
  • die Fütterung ist teurer
  • man muss sich intensiver mit dem Thema beschäftigen
  • Futtertiere wie Mäuse und Co gehören zum Speiseplan 

Viele merken erst im Alltag, dass die Ernährung von Frettchen deutlich aufwendiger ist als gedacht – sowohl finanziell als auch organisatorisch aber auch moralisch. 
Für Veganer sind sie definitiv nicht geeignet! 

Meine Infos zur: Frettchen Ernährung 

3. Frettchen Geruch wird falsch eingeschätzt

Ein weiterer häufiger Grund, warum Frettchen abgegeben werden, ist der typische Frettchen Geruch.

Frettchen haben einen Eigengeruch – das lässt sich nicht vermeiden.
Viele unterschätzen das oder informieren sich vorher nicht ausreichend.

Dabei gibt es große Unterschiede. Ein Rüde in der Ranz kann deutlich intensiver riechen als ein kastriertes Tier. Auch falsche Ernährung oder schlechte Haltungsbedingungen beeinflussen den Geruch.

Ein häufiger Fehler ist, dass Menschen sich Frettchen anschaffen, ohne vorher einen Schnupperbesuch gemacht zu haben. Dabei ist genau das wichtig, denn jeder Mensch nimmt Gerüche unterschiedlich wahr.

Wenn der Geruch dann im Alltag als störend empfunden wird, ist das leider oft ein Grund, warum Frettchen wieder abgegeben werden.

Mehr Infos zum Thema "Stinken Frettchen wirklich"

4. Kastrationskosten bei Frettchen werden unterschätzt

Viele Menschen kaufen Frettchenwelpen, oft zu einem günstigen Preis.
Was dabei häufig nicht bedacht wird: Die späteren Kosten für die Kastration.

Diese ist notwendig und nicht günstig.

Deshalb sieht man häufig Frettchen im Alter von etwa 8 bis 10 Monaten zur Abgabe. Genau in diesem Zeitraum wird vielen Haltern bewusst, welche Kosten noch auf sie zukommen.

Wenn die Kosten der Frettchen Haltung nicht eingeplant sind, führt das oft zur Abgabe der Tiere.

5. Frettchen und Familienalltag passen nicht immer zusammen

Die Frettchen Haltung im Familienalltag wird ebenfalls oft unterschätzt.

Viele Familien holen sich Frettchen, ohne vorher welche live erlebt zu haben. Oft werden direkt Welpen angeschafft, die sehr aktiv, verspielt und auch körperlich im Spiel sind.

Frettchen kneifen – das gehört zu ihrem Verhalten dazu. Mehr zum Thema "Frettchen beiße?!" 
Nicht jedes Kind kommt damit klar.

Wenn es dann zu unangenehmen Situationen kommt, werden Frettchen schnell als aggressiv wahrgenommen, obwohl sie sich völlig normal verhalten.

Dazu kommen Themen wie:

  • Futter bunkern
  • hoher Bewegungsdrang
  • schwer in den Alltag integrierbar

Wenn die Frettchen Haltung mit Kindern nicht funktioniert, endet das leider oft in der Abgabe.

6. Laufende Frettchen Kosten werden unterschätzt

Viele unterschätzen die laufenden Kosten in der Frettchen Haltung.

Neben der Ernährung entstehen Kosten für:

  • Einrichtung
  • Pflege
  • Tierarzt

Gerade Tierarztkosten können schnell höher ausfallen als erwartet. Anders als bei Hunden oder Katzen gibt es hier nicht  dieselben Möglichkeiten zur Absicherung.

Viele merken erst nach einiger Zeit, dass Frettchen keine günstigen Haustiere sind. Wenn die Frettchen Kosten zur Belastung werden, ist das häufig ein Grund für eine Abgabe.

Mein Beitrag zum Thema:  "Frettchen und was sie Kosten" 

7. Einzelhaltung von Frettchen führt zu Problemen

Ein häufiger Fehler ist die Anschaffung von nur einem Frettchen.

Viele denken, sie könnten das Tier alleine halten und selbst als Bezugsperson ausreichen. In der Realität funktioniert das nicht.

Frettchen brauchen Artgenossen.

Wenn Probleme entstehen, beginnen viele sich erst dann intensiver mit der Frettchen Haltung zu beschäftigen und merken, dass sie eigentlich mehrere Tiere brauchen.

Für viele ist das dann zu aufwendig oder zu teuer – und das Frettchen wird wieder abgegeben.

8. Stubenreinheit und Hygiene werden unterschätzt

Die Sauberkeit in der Frettchen Haltung ist ein Punkt, der oft unterschätzt wird.

Frettchen können an ein Katzenklo gewöhnt werden, aber:

  • meist sind mehrere Toiletten nötig
  • es funktioniert nicht so zuverlässig wie bei Katzen

Dazu kommt das typische Verhalten:
Frettchen bunkern Futter und verteilen Dinge im Raum.

Wer sehr hohe Ansprüche an Ordnung und Sauberkeit hat, merkt schnell, dass die Frettchen Haltung im Alltag anders aussieht als erwartet.

9. Verlust eines Partnertiers führt zur Abgabe

Ein Punkt, über den viele vorher gar nicht nachdenken:

Frettchen werden ihr Leben lang mindestens zu zweit gehalten. Stirbt dann mit etwa fünf Jahren ein Partnertier, steht man plötzlich mit nur noch einem Frettchen da.

Und genau hier kommt das Problem:
Viele möchten keine neuen Tiere mehr aufnehmen.

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass das verbliebene Frettchen nicht alleine bleiben kann und abgegeben werden muss. Genau das passiert dann auch häufig – nur leider ist das oft gar nicht so einfach oder schnell möglich, wie man denkt.

Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich immer empfehle, mindestens drei Frettchen zu halten. So bleibt im Ernstfall nicht direkt ein Tier alleine zurück und man hat deutlich mehr Zeit, eine passende Lösung zu finden.

Außerdem ist es oft einfacher, zwei Frettchen in eine bestehende Gruppe zu integrieren als ein einzelnes Tier.

10. Urlaub und Betreuung von Frettchen

Ein weiterer Punkt ist die Betreuung von Frettchen im Urlaub.

Die Mitnahme ist nur eingeschränkt möglich.
Eine geeignete Betreuung zu finden, ist oft schwierig und nicht günstig.

Wenn hier keine Lösung vorhanden ist, wird auch das schnell zum Problem in der Frettchen Haltung.

Fazit: Das Problem ist nicht das Frettchen – sondern die falschen Erwartungen

Wenn man sich die Gründe anschaut, merkt man schnell:
Die meisten Frettchen werden nicht abgegeben, weil mit den Tieren etwas „nicht stimmt“.

Sondern weil viele Menschen sich vorher ein falsches Bild von der Frettchen Haltung machen.

Frettchen wirken auf den ersten Blick süß, verspielt und unkompliziert.
Die Realität ist aber: Sie sind aufwendig, haben ihren eigenen Kopf und passen nicht in jeden Alltag.

Viele der genannten Punkte wären vermeidbar, wenn man sich vorher ehrlich damit auseinandersetzt:

  • Wie viel Zeit habe ich wirklich?
  • Habe ich genug Platz?
  • Bin ich bereit, die Kosten langfristig zu tragen?
  • Und komme ich mit den Eigenheiten von Frettchen wirklich klar?

Denn genau daran scheitert es am Ende oft.

Und das ist auch der wichtigste Punkt:
Frettchen sind keine Tiere, die sich an unser Leben anpassen.
Man muss sein Leben an sie anpassen.

Wenn man das versteht und bewusst entscheidet, steht einer richtig schönen Zeit mit ihnen nichts im Weg. Wenn nicht, endet es leider oft genau so, wie man es aktuell überall sieht: mit einer Abgabe.

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