Das Frettchen

Ich schreibe auf meinem Blog regelmäßig über die Frettchen Haltung, typische Probleme, schöne Erlebnisse mit meinen Frettchen und natürlich auch über meinen Shop. Aber was ist ein Frettchen eigentlich genau? Ist es ein Wildtier? Wie lange lebt es schon an der Seite des Menschen? In diesem Blogbeitrag geht es deshalb um das Thema: Das Frettchen.

Das Frettchen – Herkunft, Eigenschaften und spannende Fakten

Was ist ein Frettchen?

Das Frettchen ist ein kleines Raubtier und die domestizierte Form des Europäischen Iltis. Es gehört damit zu den Haustieren und wurde über viele Jahrhunderte auch als Nutztier gehalten.

Entgegen vieler Kommentare, die ich immer wieder auf Social Media lese, ist das Frettchen also kein armes Wildtier, das einfach eingesperrt wird.

Frettchen sind reine Fleischfresser (Carnivoren).

Wie begann alles mit dem Frettchen?

Historische Hinweise deuten darauf hin, dass Frettchen bereits vor etwa 2.500 Jahren im Mittelmeerraum domestiziert wurden. Vermutlich stammen sie aus spanischen oder ägyptischen Iltis-Populationen.

Schon im antiken Griechenland wurden Frettchen zur Bekämpfung von Kaninchenplagen eingesetzt. Auch Dschingis Khan soll mit ihnen gejagt haben.

Aristoteles beschrieb diese Tiere bereits in seinen Schriften und erwähnte unter anderem ihre Vorliebe für Honig und Vögel. (Nein, bitte keinen Honig füttern ;))

Frettchen leben also seit sehr langer Zeit in Menschenhand.

Für was wurden Frettchen gehalten?

Frettchen wurden schon immer  zu Jagdzwecken eingesetzt.

Beim sogenannten Frettieren wird das Frettchen in einen Eingang eines Kaninchen- oder Hasenbaus gesetzt. Der Jäger sichert vorher alle anderen Ausgänge mit Netzen. Durch den Geruch des Frettchens verlassen die Tiere den Bau. Das Frettchen selbst schlägt die Tiere dabei in der Regel nicht.

Übrigens stammt von dieser Nutzung auch das alte Vorurteil, dass Frettchen besonders stark riechen würden. Viele Jäger ließen ihre Rüden unkastriert, wodurch sie während der Ranz deutlich intensiver riechen.

Mehr zum Thema Frettchen und Geruch findest du hier: Stinken Frettchen wirklich?    

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Interessante Fakten über Frettchen

Frettchen schlafen sehr viel

18 bis 20 Stunden Schlaf am Tag sind bei Frettchen keine Seltenheit. Sie schlafen zwar nicht immer am Stück, aber wenn sie wach sind, ist meistens ordentlich Party angesagt.

Besondere Regelungen in anderen Ländern

In der Schweiz benötigt man für die Haltung von Frettchen einen Sachkundenachweis. Dort gibt es zudem genaue Vorgaben zur Haltung.

In Neuseeland ist die Haltung von Frettchen verboten, da sie dort als invasive Tierart gelten und sich teilweise auch in freier Wildbahn etabliert haben.

In Deutschland hätten Frettchen in der Natur auf Dauer keine Chance.

Saisonale Gewichtsschwankungen

Das Gewicht von Frettchen verändert sich im Laufe des Jahres deutlich. Im Winter sind sie oft schwerer und tragen ein dichteres Fell, während sie im Sommer meist schlanker sind.

Die Dauerranz bei Fähen

Nicht kastrierte Fähen können in eine sogenannte Dauerranz fallen. Diese ist unbehandelt lebensgefährlich.

Deshalb lassen verantwortungsvolle Halter ihre Tiere kastrieren oder hormonell behandeln.

Und bitte lasst den Mythos von wegen „Sie sollte einmal Junge bekommen“ einfach sein.

Fellfarben und längen bei Frettchen

Inzwischen gibt es Frettchen in vielen verschiedenen Fellfarben und auch in unterschiedlichen Felllängen.

Bei den Felllängen unterscheidet man zwischen Kurzhaar, Halblanghaar und Langhaar.

Auch bei den Farben gibt es zahlreiche Varianten, zum Beispiel Iltis, Zimt, Albino oder Black Self.

Zusätzlich gibt es verschiedene Zeichnungen, wie zum Beispiel Harlekin mit seinen typischen weißen Pfoten.

Darüber hinaus existieren noch viele weitere Bezeichnungen, die sich je nach Land teilweise unterscheiden. Gerade bei Farben und Zeichnungen haben Züchter oft ihre ganz eigenen Definitionen – deshalb spare ich mir hier lieber eine noch genauere Auflistung. :D 

Ein paar körperliche Fakten zum Frettchen

Zähne: 34

Körpergewicht:
Rüde: ca. 900–3.000 g
Fähe: ca. 500–1.500 g

Körperlänge:Rüde: ca. 35–55 cm
Fähe: ca. 25–40 cm

Rutenlänge:Rüde: ca. 13–20 cm
Fähe: ca. 11–16 cm

Tragzeit: ca. 42 Tage
Zehen: 5 Zehen an jeder Pfote

Fazit - Das Frettchen als Haustier

Frettchen sind agile, neugierige und unglaublich charakterstarke Haustiere.

Sie sind aber nicht immer einfach in der Haltung. Leider unterschätzen auch heute noch viele Menschen, was diese Tiere wirklich brauchen. Genau deshalb werden Frettchenhilfen und erfahrene Ansprechpartner immer wichtiger.

Von ihrer süßen Optik sollte man sich nicht täuschen lassen. Frettchen haben spitze Zähne, einen starken eigenen Kopf und jede Menge Charakter. Sie brauchen Halter, die sich wirklich mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen.

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